Wackelkontakte im Alltag - Was passiert, wenn wir Belastungen lange ignorieren?
- Theresa Güdemann

- 9. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Seit knapp einem Jahr hatte der Blinker meines Beifahrerspiegels einen Wackelkontakt. Mal funktionierte der Blinker, mal nicht. Da auf der rechten Seite sonst alles einwandfrei lief, hat es mich ehrlich gesagt nicht besonders gestört. Ich konnte fahren und es funktionierte trotzdem... irgendwie.
Spannend war etwas anderes: Fast jede Person, die bei mir mitfuhr, sprach mich darauf an. «Dein Blinker blinkt aber schnell.», "Ist das normal so?" Für sie war es irritierend, für mich längst normal geworden und ohne spürbare Konsequenz.
Als der Termin in der Autowerkstatt näher rückte und ich wusste, dass bald auch die MFK (Motorfahrzeugkontrolle) ansteht kamen dann doch andere Gedanken auf. Was genau ist eigentlich defekt? Hoffentlich wird das nicht teuer! Was, wenn mehr kaputt ist, als ich denke?
Der Mechaniker schaute sich den Spiegel genau an, schloss das Gehäuse sorgfältig und sagte: «Probier es mal. Vermutlich ist gar nichts defekt, sondern einfach ein schlechter Kontakt, weil das Gehäuse nicht richtig geschlossen war.» Seitdem funktioniert der Blinker wieder zuverlässig.
Kleine Störungen im Alltag
Diese Situation hat mich nicht wegen des Autos beschäftigt, sondern wegen der Parallelen zu unserem Alltag. Gerade wenn Du beruflich engagiert bist, Verantwortung trägst und viel leistest, schleichen sich solche Wackelkontakte schnell ein.
Vielleicht kennst Du das:
Du bist oft müde oder innerlich unruhig
Dein Körper meldet sich mit Schmerzen oder Verspannungen
Du funktionierst, aber fühlst dich nicht wirklich präsent
Du findest keinen Zugang zu Deinen Bedürfnissen und kannst Deine Bedürfnisse nicht mitteilen
Grenzen setzen fällt Dir schwer
Du hast das Gefühl, ständig unter Druck zu stehen
Es ist nichts, was sofort alles lahmlegt. Du gehst weiter arbeiten, organisierst, hältst durch. So wie mein Blinker, der ja noch ein bisschen funktionierte.
"Es geht ja noch"
Oft sind es Andere, die diese Wackelkontakte zuerst bemerken. Kolleg*innen, die rückmelden, dass Du gestresst wirkst. Menschen in Deinem Umfeld, die spüren, dass Du nicht mehr richtig abschalten kannst. Oder Dein Körper, der immer deutlicher Signale sendet.
Und trotzdem suchst Du Dir vielleicht keine Unterstützung. Weil es ja noch geht. Weil im Alltag kein Raum dafür scheint. Oder weil Du Sorge hast vor dem, was Du entdecken könntest.
Meine Rolle als Ergotherapeutin und Coach
In diesem Vergleich sehe ich mich als die Mechanikerin.
Nicht als jemand, der sofort alles auseinanderbaut und ersetzen will. Sondern als jemand, der mit Dir genau hinschaut. Wo sitzt der Wackelkontakt? Was braucht es, damit wieder Stabilität entsteht? Welche kleinen Veränderungen können in Deinem Alltag eine spürbare Wirkung entfalten?
Manchmal braucht es keine neue, grosse und laute Lösung, sondern nur eine neue Verbindung, ein behutsames "Klick" für Deinen Alltag.
Prävention und wenn sie zu spät ist
Idealerweise schauen wir hin, bevor der grosse MFK-Moment im Leben ansteht. Bevor Erschöpfung, Schmerzen oder Überforderung den Alltag deutlich einschränken.
Wenn Belastungen bereits zu spürbaren Einschränkungen führen, braucht es gezielte, professionelle therapeutische Begleitung, um Handlungsfähigkeit, Stabilität und Teilhabe im Alltag wieder aufzubauen und zu stärken. Dies geschieht während der Ergotherapie.
Stressfrei im Alltag
Das Stress-frei Training richtet sich an alle, sie viel im Alltag leisten, Verantwortung tragen und bemerken, dass auch vermeintlich kleine Belastungen im Alltag zunehmend mehr Kraft kosten, auch wenn noch alles läuft.
In einem geschützten Rahmen schauen wir gemeinsam hin. Wir sortieren, entlasten und justieren, damit Dein Alltag wieder ruhiger und leichter wird.
Nicht als Reparaturprogramm, sondern als präventive Begleitung. Denn oft schenkt man sich erst dann selbst Aufmerksamkeit, wenn es bereits zu spät ist. Dabei dürfen wir immer aufmerksam, achtsam und liebevoll unseren Alltag leben. D
iese Kursreihe liefert Dir praktische und umsetzbare "Werkzeuge" dafür.
Wenn Du Dich in diesem Vergleich wiedererkennst, findest Du hier weitere Informationen zu "Stress-Frei". Alles rund um das Angebot zur Ergotherapie findest Du hier.
Wie gehst Du mit Belastungen im Alltag um und was hilft Dir abzuschalten? Ich freue mich über einen Austausch, schreibe gerne einen Kommentar und vernetze Dich auf Instagram mit mit! Bis bald Theresa





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